Club für Molosser e.V.

Dogue de Bordeaux, Mastiff, Bullmastiff, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Tosa Inu, Mastin Espanol, Mastin del Pirineo

Unser Rassehund Auszug 12/2014

UR Auszug 12/2014

17

Ein ellenlanges Thema heißt ‚Welpenkauf‘. 584.000 Ergebnisse in 0,27 Sekunden klären bei Google auf. Hundekenner und -liebhaber werden nicht müde, interessierten Welpenkäufern kostenlose Beratungen anzubieten und ausführlich auf der Internetpräsenz Tipps und Anregungen zu geben. Ob fragwürdig oder sinnhaft, mag jeder für sich selbst entscheiden. Weltweit wurden im ablaufenden Jahr für jedes verkaufte Auto vier aufgrund von Mängeln in der Fabrikation zurückgerufen. Aufschreckende Zahlen gibt es auch auf dem Lebensmittelsektor.

Ähnliches geschieht jetzt auch in der ‚Sache Hund‘? Kein verantwortungsvoller Züchter gibt seinen Welpen ’shake hands‘ ab, sondern ausschließlich mit Kaufvertrag. Im Folgenden soll allerdings auf die Empfehlung eines Kaufvertrags mit Wandlungs- oder Rück gaberecht eingegangen werden.

Auf Gesetzgeberseite wird Verbraucherschutz ‚groß‘ geschrieben. Gewährleistungsansprüche werden abgeleitet aus der Unterscheidung neuer oder gebrauchter Hund. Rechtlich wird der Züchter, der Welpen verkauft, ggf. schon als Unternehmer eingestuft und der Käufer befindet sich am Ende bei dem Verbrauchsgüterkauf. So weit die Theorie.

Haben Welpenkäufer dann endlich den Vorzeigezüchter ihres Vertrauens gefunden und alle verfügbaren Checklisten abgehakt, sollte Folgendes zwinglich festgestellt sein:

• Welpen werden geboren und nicht gebacken oder hergestellt!
• Den zu hundert Prozent genetisch gesunden Welpen gibt es nicht!
• Champion X Champion ergibt nicht gleich Superchampion!

Wer sich dies verinnerlicht, wird sehr schnell feststellen, dass er es mit einem Lebewesen zu tun haben wird, welches künftig seine ganz eigenen und individuellen Ansprüche an Futter,
Aufzucht, Haltung und medizinische Versorgung stellen wird. Im Hinblick auf ein Rückgaberecht sollte sich jeder Welpenkäufer, unter Berücksichtigung der zuvor genannten Punkte, fragen:

• Bin ich Hundeliebhaber, der einen Wegbegleiter sucht?
• Werde ich mit Glück und Stolz zu dem Tier stehen, in guten wie in schlechten Zeiten?
• Ist es mir egal, ob es schön ist, oder möglicherweise auch hässlich?

Oder bin ich nur ein Konsument, der sich schnell von seinem Verbrauchsgut trennen will, weil es gewünschte Eigenschaften nicht aufweist, mögliche Mängel zeigt und die Sache dadurch
unbequem wird? Es sollte aber keine Frage von ‚Sein oder Nichtsein‘ sein, sondern ein Akt menschlicher Größe, zur Entscheidung beim Welpenkauf zu stehen, mit allen Konsequenzen. Letztlich ist das eine Sache des Respektes und der Wertschätzung zum Individuum Hund.

Die Red.
Nach Quelle: Simone Argubi.